RAW – Proxy Workflow

der „K“ Wahn hat begonnen. Kameras nehmen in 4, 5, 6 bis 8 „K-Auflösung“ auf. OK, das ganze dauert noch, bis es wirklich kritisch wird. Nämlich dann wenn man unkomprimiert oder im RAW-Format filmt. In der Industrie ist das schon seit längerer Zeit der Fall. Kameras wie die Canon C-Serie, Arri oder RED Kameras kommen hier zum Einsatz.

Trotz Rechenserver und guten Rechenleistungen kommt man an die Grenzen. Wenn man im Amateur-Breich diese Technik nutzen möchte, ist es also kaum bewältigbar. Aus diesem Grund wird ein „Proxy-Workflow“ angewandt.

Der Proxy Workflow

Oft zu lesen als „Proxy-Roundtrip“. da ist ein kleiner Unterschied, zu dem komme ich aber später.

Ganz einfach erklärt werden die Ungetümer an Videos, zu harmlosen, kleinen Videos konvertiert (den Proxy-Videos). Mit diesen kleinen Dateien arbeitet man dann selbst auf schwachbrüstigen Netbooks, als gäbs kein morgen mehr.

Hat man den Schnitt vollendet, kann man die Schnittdaten in Form einer XML Austauschdatei an den Color-Grader schicken. Dieser importiert diese und greift dabei im Hintergrund auf die Originaldateien zurück.

Beim finalen Render werden dann die Originaldateien verwendet.

Beim „Roundtrip“ werden die Color-gegradeten Videos noch einmal zurück in ein Postproduction-Program eingefügt (z.B. Premiere oder After Effects) um den letzten Feinschliff zu machen und gegebenenfalls Effekte einzufügen.

Proxy Dateien

Proxy Dateien können jede Form von Video sein. (z.B. .h264 in einem Quicktime Container) Auch die Auflösung kann beliebig gewählt werden. Sodass die Videos im Schnittprogramm gut abgespielt werden können.

Der Praktische Ablauf

  1. Alle RAW Dateien auf einem Server oder Rechner kopieren. (je nachdem ob man das Color Grading selbst, oder eine externe Person macht)
  2. die RAW Dateien in ein dafür geeignetes Program laden (z.B. Davinci Resolve)
  3. Jeder Clip bekommt einen so genannten Tape- oder Reelname. (meist der Dateiname ohne Dateiendung)
  4. Alle Clips werden als separate Proxy-Dateien gerendert
  5. Diese können dann in das Schnittprogramm eingefügt werden und der Schnitt erfolgen.
  6. XML – Austauschdatei exportieren
  7. Wenn nicht bereits vorhanden sind in der Color Grading Software alle Originaldateien importiert
  8. Import der XML Datei (dabei greift das Programm über den Tape- oder Reelname auf die Originaldateien zurück)
  9. Color grading
  10. Finaler Render

Ablösung durch Gesamtlösung in Premiere CC 2017

In der 2017 Version von Premiere CC wurde nun auch die Proxy-Funktionalität unter den Namen „Ingest“ eingeführt. Dabei muss man sich nicht mehr separat um das Vergeben der Reel-Namen und Erstellen der Proxies kümmern. Die Kompatibilität zu Dritt-Software ist dann aber etwas eingeschränkt.

Über dieses Thema folgt noch ein separater Artikel.

 

 

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